Sommerakademie 2010

Die Fotos entstanden im Fotokurs von Christian Schmid. Wir danken insbesondere Sibylle Braune und Annemarie Müller.

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Pressestimmen zur vergangenen Sommerakademie 2010:

Main-Post vom 4. September 2010:

Von Noten, Blättern und klassischer Musik

Ein junges Talent am Fortepiano zeigt bei der Sommerakademie Homburg sein Können

HOMBURG (maha) In der Papiermühle und im Schloss findet gegenwärtig eine Sommerakademie mit Kursen in Kunsthandwerk, bildender Kunst und klassischer Musik statt.
Am Mittwochabend hatte der Musiker und Instrumentensammler Michael Günther zu einem kleinen und spontanen Konzert eingeladen, zu dem auch die Teilnehmer der anderen Kurse gekommen waren. Der Pianist stellt einleitend fest, dass die Schüler in seinem Workshop zum Thema Fortepiano und Cembalo in gut zwei Kurstagen bereits große Fortschritte gemacht hätten.

Drucktechnik und Querflöte
Dann stellte er Constanze Brahn vor, die eigentlich in dieser Woche bei seiner Schlossnachbarin Linda Schwarz neue Drucktechniken übt. Sie hatte ihre Querflöte mitgebracht und spielte mit dem auf dem Cembalo begleitenden Hausherrn »Follia-Variationen« des Römers Arcangelo Corelli (1653–1713). Mit einem Stück von Giovanni Benedetto Platti (1697–1763) wurde eine wenig bekannte Komposition des Würzburger Hofkomponisten vorgestellt.
Eine Besonderheit der Homburger Sommerakademie ist die Gelegenheit zum Zusammenwirken unterschiedlicher Disziplinen. Zum Konzert war auch der Leiter des Museums Papiermühle, Johannes Follmer, gekommen und hatte den aus den USA stammenden und nahe Bonn lebenden John Gerard mitgebracht. Der Papiermacher und Künstler ist an der Sommerakademie mit einem Kurs im Papierschöpfen beteiligt.
Michael Günther öffnete sein Schatzkästchen mit alten Notenschriften ein wenig und befragte den Papierexperten zur Materialqualität unterschiedlicher Drucke und Handschriften. Bei einer Notenschrift aus dem 18. Jahrhundert aus dem Umfeld des Hofs von Wertheim konnte ein Wasserzeichen der Homburger Papiermühle entdeckt werden. Es stammte allerdings aus der Zeit, als ihr Standort noch in Windheim war.
Je nach Zielgruppe hatten die Verleger von Notenschriften im 18. und 19. Jahrhundert unterschiedliche Papierqualitäten verwandt. Anhand von Drucken einiger Mozart-Notendrucke aus Main oder Leipzig konnte der Fachmann den unterschiedlichen Wert der Papiere erläutern.

Stipendiat am Fortepiano
Zur Überraschung des Abends wurde aber der erst 15-jährige Julian Zalla, ein Klavierschüler Günthers, der als »Stipendiat« am Fortepiano- und Cembalo-Kurs der Homburger Sommerakademie teilnimmt. Er bewies sein außergewöhnliches Talent und stellte gemeinsam mit seinem Lehrer wie auch solistisch ausgesprochen gewandt Kompositionen von Mozart, Haydn und Schubert vor. Nach einem gemeinsamen Auftakt zu vier Händen standen am Ende zwei Sätze der einzigen Mozart-Sonate für zwei Klaviere (D-Dur, KV 448) von 1781 auf dem Programm. Auf zwei historischen Hammerflügeln aus der Instrumentensammlung von Michael Günther boten Schüler und Lehrer einen großartigen Vortrag.

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Main-Echo vom 4. September 2010:

Noten, Blätter und klassische Musik

Sommerakademie Homburg: Spontanes Konzert bringt Papiermacherkunst und Kompositionen zusammen

TRIEFENSTEIN-HOMBURG. In der Papiermühle und im Schloss Homburg findet gegenwärtig eine Sommerakademie mit Kursen in Kunsthandwerk, Bildender Kunst und Klassischer Musik statt. Am Mittwochabend hatte Michael Günther zu einem spontanen Konzert eingeladen, zu dem auch die Teilnehmer der anderen Kurse gekommen waren. Der Pianist stellte einleitend fest, dass die Schüler in seinem Workshop zum Thema Fortepiano und Cembalo in zwei Kurstagen bereits große Fortschritte gemacht hätten.
Dann stellte er Constanze Brahn vor, die eigentlich in dieser Woche bei seiner Schlossnachbarin Linda Schwarz neue Drucktechniken übt. Sie hatte ihre Querflöte mitgebracht und spielte mit dem auf dem Cembalo begleitenden Hausherrn »Follia-Variationen« des Römers Arcangelo Corelli (1653–1713).
Mit einem Stück von Giovanni Benedetto Platti (1697–1763) wurde eine wenig bekannte Komposition des Würzburger Hofkomponisten wach.
Eine Besonderheit der Homburger Sommerakademie ist die Gelegenheit zum Zusammenwirken ganz unterschiedlicher Disziplinen. Zum Konzert war auch der Leiter des Museums Papiermühle gekommen und hatte den aus den USA stammenden und nahe Bonn lebenden John Gerard mitgebracht. Der Papiermacher und Künstler ist an der Sommerakademie mit einem Kurs im Papierschöpfen beteiligt.
Michael Günther öffnete sein Schatzkästchen mit alten Notenschriften ein wenig und befragte den Papierexperten zur Materialqualität unterschiedlicher Drucke und Handschriften. Bei einer Notenschrift aus dem 18. Jahrhundert aus dem Umfeld des Hofs von Wertheim konnte ein Wasserzeichen der Homburger Papiermühle entdeckt werden. Es stammte allerdings aus der Zeit, als ihr Standort noch in Windheim war.
Je nach Zielgruppe hatten die Verleger von Notenschriften im 18. und 19. Jahrhundert unterschiedliche Papierqualitäten verwandt. Anhand von Drucken einiger Mozart-Notendrucke aus Main oder Leipzig konnte der Fachmann den unterschiedlichen Wert der Papiere nach bestimmten Qualitätskriterien erläutern. Als sich der Offenbacher Notenverleger Johann Anton André 1799 den gerade von Alois Senefelder entwickelten Lithographiedruck für Noten als Patent sichern ließ und er in Paris ein Geschäft eröffnen wollte, reichte er als Beleg bei den französischen Behörden das Musterexemplar einer Mozartkomposition auf bestem Papier ein. In Michael Günthers Musikaliensammlung kann man solche Raritäten entdecken.
Zur Überraschung des Abends wurde aber der erst 15-jährige Julian Zalla, ein Klavierschüler Günthers, der als »Stipendiat« am Fortepiano- und Cembalo-Kurs der Homburger Sommerakademie teilnimmt. Er bewies sein ganz außergewöhnliches Talent und stellte gemeinsam mit seinem Lehrer wie auch solistisch ausgesprochen gewandt Kompositionen von Mozart, Haydn und Schubert vor. Nach einem gemeinsamen Auftakt zu vier Händen standen am Ende zwei Sätze der einzigen Mozart-Sonate für zwei Klaviere (D-Dur, KV 448) von 1781 auf dem Programm. Auf zwei historischen Hammerflügeln aus der Instrumentensammlung von Michael Günther boten Schüler und Lehrer einen großartigen Vortrag, der ein wenig des Gefühls zu verdeutlichen vermochte, das Mozart in jenen glücklichen Tagen, verliebt in seine Constanze, als freier Komponist in Wien empfunden haben mag.
Martin Harth

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Main-Echo vom 7. September 2010:

Druckwerkstatt ohne Lösemittel

TRIEFENSTEIN-HOMBURG. Wer schon einmal die Druckwerkstatt eines Künstlers besucht hat, weiß, dass dort ein ganz eigenes »Lüftchen« herrscht. Druckfarben, Lösungsmittel oder Säuren haben einen strengen Geruch und sie sind oft gesundheitsschädlich. In der Werkstatt von Linda Schwarz im Homburger Schloss ist das anders.
Neue Drucktechniken wollte die 1963 in Stuttgart geborene Künstlerin vermitteln, die seit einigen Jahren ihre große, alte und schwere Druckpresse in ihrem Domizil im Homburger Gebsattel-Schloss stehen hat und seit 2008 überwiegend im niederbayerischen Straubing lebt. Wenn sie von neuen Drucktechniken spricht, meint sie »non toxic printmaking« und damit experimentelle Drucktechniken, die sie in erster Linie bei ihren Studienaufenthalten in den USA kennenlernte und bis zur Perfektion steigerte. Auf chemisch aggressive Substanzen verzichtet Schwarz völlig. Zum Reinigen ihrer Druckplatten und Werkstatt verwendet sie Salatöl, Fensterreiniger und Wasser. maha

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Main-Echo vom 7. September 2010:

Freude am kreativen Arbeiten

TRIEFENSTEIN-HOMBURG. Am Wochenende ging die Sommerakademie Homburg am Main mit einer Präsentation von Arbeiten der Teilnehmer zu Ende. Erstmals wurden in der früheren Papiermühle und im Homburger Schloss Kurse bildender Kunst, des Kunsthandwerks und der klassischen Musik angeboten. Der bei Bonn lebende Papiermacher und Künstler John Gerard leitete zum Schöpfen kunstvoller Büttenpapiere an. Der Weiterverarbeitung kunstvoller Papiere widmete sich ein Buchbinde-Workshop mit Valerie Weick. Kreative Experimentierlust kennzeichnete in erster Linie den Zeichenkurs der Veitshöchheimer Künstlerin Kathrin Feser. Mit Blei und Filzstiften gingen die Teilnehmer von Umrisslinien ausgehend zu Werk und schufen ihre Kompositionen. Eine neue Sicht auf die Dinge war für den Fotografiekurs der Sommerakademie bestimmend, der mit Christian Schmid einen alten Bekannten an den Main brachte. Der in Marktheidenfeld aufgewachsene Fotograf, der in seinen Anfangsjahren auch für die Presse in der Region tätig war, arbeitet heute bevorzugt für Zeitschriften Hamburger Verlagshäuser. 1998 hatte er zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Marktheidenfeld bekannte Bürger seiner Heimatstadt fotografiert. maha

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Main-Post vom 16. September 2010:

Eine Expertin im Experimentieren

Künstlerin Linda Schwarz lud im Rahmen der Sommerakademie in das Gebsattel-Schloss ein

Von unserem Mitarbeiter MARTIN HARTH

HOMBURG Wer schon einmal die Druckwerkstatt eines Künstlers besucht hat, weiß, dass dort ein ganz eigenes »Lüftchen« vorherrscht. Druckfarben, Lösungsmittel oder Säuren haben einen eigenen, strengen Geruch und sie sind oft auch gesundheitsschädlich. In der Werkstatt von Linda Schwarz im Homburger Schloss ist das grundlegend anders. Ein Besuch während der Sommerakademie machte dies deutlich.
Neue Drucktechniken wollte die 1963 in Stuttgart geborene Künstlerin vermitteln, die seit einigen Jahren ihre große, alte und schwere Druckpresse in ihrem Domizil im Homburger Gebsattel-Schloss stehen hat und seit 2008 überwiegend im niederbayerischen Straubing lebt. Wenn sie von neuen Drucktechniken spricht, meint sie »non toxic printmaking« und damit experimentelle Drucktechniken, die sie in erster Linie bei ihren Studienaufenthalten in den USA kennenlernte und bis zur Perfektion steigerte. Experten rühmen ihre Grafiken, die in der Qualität kaum traditionellen Verfahren wie Radierung oder Lithografie nachstünden, aber manch zusätzlichen Reiz in sich trügen.
Auf chemisch aggressive Substanzen verzichtet Schwarz völlig. Zum Reinigen ihrer Druckplatten und Werkstatt verwendet sie Salatöl, Fensterreiniger und Wasser. Die Arbeitsflächen werden penibel sauber gehalten, denn exzellente Büttenpapiere sind ein kostenintensiver Spaß. Dies vermittelte Linda Schwarz auch ihren Kursteilnehmern bei der Sommerakademie.
Was Linda Schwarz interessiert, ist der künstlerische Unikatdruck, die Monotypie. Druckplatten werden dabei in Variationen ihrer Anordnung und Farbaufträge verändert. So entstehen einzigartige künstlerische Aussagen, die zugleich dem Medium Druck entsprechen. Die Grafik wird mit individuellem Charakter an die Seite der Malerei oder Zeichnung gerückt. Den Teilnehmern an der Sommerakadernie zeigte Schwarz ein Bündel solcher Drucktechniken – häufig unter Verwendung von Druckfarben auf Pflanzenölbasis (Leinöl, Standöl) oder auch Wasserfarben.

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Main-Post vom 20. September 2010:

Der eigene Blick auf die Dinge

Freude am kreativen Experiment: Sommerakademie in Homburg

HOMBURG (maha) Die »Sommerakademie Homburg am Main« ging mit einer Präsentation von Arbeiten der Teilnehmer zu Ende. Erstmals wurden in der Papiermühle und zugleich im Schloss Kurse aus den Bereichen Bildender Kunst, des Kunsthandwerks und der klassischen Musik angeboten, bei denen die Gäste in einen kreativen Austausch mit professionellen Dozenten traten.
Der bei Bonn lebende Papiermacher und Künstler John Gerard nutzte die idealen Bedingungen der Homburger Papierwerkstatt und leitete seine Teilnehmer beim Schöpfen kunstvoller Büttenpapiere an. Ist die zugrunde liegende Technik erst einmal verstanden und der Umgang mit den Grundstoffen vertraut, eröffnen weitere Schöpfsiebe, Faserrohstoffe, Pigmente oder Beimischungen ein weites kreatives Experimentierfeld.
Angeregt durch einen Vortrag des Historikers und Düsseldorfer Papieringenieurs, berücksichtigten die Teilnehmer dabei traditionelle Schöpftechniken aus asiatischen Ländern wie Myanmar oder China. Erstaunlich waren neben den Strukturen der Papiere vor allem brillante Farbeffekte, die beim mehrfachen Gautschen des Papiers oder durch malerische Eingriffe in den frischen Faserbrei erzielt werden konnten.

Kunstvolle Papiere
Der Weiterverarbeitung kunstvoller Papiere widmete sich ein Buchbinde-Workshop mit Valerie Weick. Auch hier standen traditionelle Handwerkstechnik und individuelle künstlerische Gestaltung in einem spannenden Kontrast.
Kreative Experimentierlust kennzeichnete in erster Linie den Zeichenkurs der Veitshöchheimer Künstlerin Kathrin Feser, bei dem eine neue Art zu sehen in gestärkte, selbstsichere Linien übersetzt werden sollte. Mit Blei und Filzstiften gingen die Teilnehmer von Umrisslinien ausgehend zu Werk und schufen ihre Kompositionen. Andere Techniken wie die Frottage (Durchreiben) konnten praktisch erprobt werden. Die Bandbreite, Vielzahl und ästhetische Qualität der Teilnehmerarbeiten wurden bei der Schlussbesprechung hervorgehoben.
Eine neue Sicht auf die Dinge war auch für den Fotografie-Kurs der Sommerakademie bestimmend, der mit Christian Schmid einen alten Bekannten an den Main zurückbrachte. Der in Marktheidenfeld aufgewachsene Fotograf, der in seinen Anfangsjahren auch für die Main-Post tätig war, arbeitet heute bevorzugt für Zeitschriften Hamburger Verlagshäuser. In der Hansestadt, in der er heute gerne lebt, zählt die Porträtfotografie zu seinen Spezialgebieten. Von dieser Kunst hat er 1998 zum 50. Jubiläum der Stadt Marktheidenfeld mit einer Serie von bekannten Bürgern aus seiner Heimatstadt ein eindrucksvolles Beispiel hinterlassen.
Beim Kurs in Homburg ging es ihm darum, den Blick der Teilnehmer für ein Motiv zu schärfen. Er wolle das Foto hinter dem Foto hervorbringen, abseits des Postkartenidylls hin zum Eigentlichen.

Das Dokumentarische verlassen
Die Teilnehmer sollten das bloße Dokumentarische der Urlaubsfotografie verlassen und einen eigenen Blick auf die Dinge gewinnen. Das gelang auch, ob es zum Beispiel gekonnte Bilder-Serien über die Hutträger in der Wertheimer Altstadt, die Arbeit der anderen Kursteilnehmer oder die Produkte im örtlichen Kaufladen waren.
Neben den Kursen, die in der Papiermühle stattfanden, hatte im Homburger Gebsattel-Schloss Michael Günther einen Kurs im Spiel auf Cembalo und Fortepiano angeboten (wir berichteten).

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Sie können sich auch unsere Pressemappe als PDF herunterladen (PDF, A4, 5 Seiten, 2,2 MB)

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